Auch ich als Pädagoge beobachte in meiner täglichen Arbeit in der Kita diesen besorgniserregenden Trend:
Immer mehr Kinder verbringen ihre Freizeit passiv vor Bildschirmen, statt aktiv zu spielen und ihre Umwelt zu erkunden.
Tablets und Smartphones ersetzen zunehmend das Höhlenbauen im Wald, Klettern auf dem Spielplatz oder Verstecken spielen mit auf dem Schulhof.
Eine Situation, die viele Eltern kennen: Das Kind kommt aus dem Kindergarten oder der Schule nach Hause, und noch bevor die Jacke ausgezogen ist, kommt die Frage nach dem Tablet.
Der Vorschlag, etwas anderes zu spielen, endet oft in Diskussionen oder Lustlosigkeit.
'Aber mir ist langweilig' oder 'Ich weiß nicht, was ich spielen soll' sind Sätze, die immer häufiger fallen.
Viele Kinder haben verlernt, sich selbst zu beschäftigen.
Wo Kinder früher stundenlang mit Decken Höhlen gebaut oder sich Geschichten ausgedacht haben, kommt heute oft nur ein gelangweiltes 'Was soll ich machen?'.
Und wenn sie mal etwas anfangen, verlieren sie nach ein paar Minuten das Interesse.
Besonders in den Wintermonaten, wenn das Wetter Outdoor-Aktivitäten einschränkt, verschärft sich diese Situation noch.
Aus entwicklungspsychologischer Sicht ist diese Tendenz alarmierend:
Die wichtigen Entwicklungsphasen, in denen Kinder durch aktives Spielen lernen sollten, ihre Umwelt zu begreifen und zu gestalten, werden NICHT mehr ausreichend durchlebt.
Das hat direkte Auswirkungen auf ihre motorische Entwicklung, ihre Problemlösungskompetenz und ihre Fähigkeit, selbstständig zu handeln.
Man sieht es in ganz alltäglichen Situationen:
Viele Kinder haben heute große Probleme beim Fahrradfahren lernen, weil ihnen das Gleichgewichtsgefühl fehlt.
Wenn beim Bauen etwas nicht gleich funktioniert, kommt sofort ein 'Ich kann das nicht!'.
Und statt selbst nach Lösungen zu suchen, rufen sie bei der kleinsten Herausforderung nach Hilfe.